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| Der Feldzug 1759 – die Russen |
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Ein analoger Streifzug von General Wobersnow, der aus Schlesien nach Großpolen geschickt wurde, hatte dagegen nur beschränkten Gewinn erbracht >> IX 3. Er konnte zwar viele kleinere Magazine an der Warthe und Netze zerstören, doch die Russen sammelten ihre Hauptvorräte sowieso an der unteren Weichsel, außerdem beeilten sie sich nicht allzu sehr und warteten eher, bis die Österreicher aktiv werden und beweisen, dass tatsächlich mit ihrer Unterstützung gerechnet werden darf. Die Russen hatten anfänglich auch das Problem mit der Wahl einer korrekten Operationslinie. Ihre Expedition im Vorjahr schloss notgedrungen einen immensen Kreis, indem sie zu ihrem Ausgangspunkt an die untere Weichsel zurückkehren mussten. Wollten sie nach dem nächsten Feldzug im feindlichen Land überwintern, so brauchten sie einen guten Stützpunkt an der Ostsee, um die Armee auf dem Seeweg verpflegen zu können. Danzig, der Unterstützung der Seemächte sicher, wollte ihnen die Tore nicht öffnen, so blieb ihnen eigentlich nichts anderes übrig, als Kolberg oder noch besser Stettin zu erobern >> II 3. Aus der Sicht der Österreicher wäre es ein allzu entfernter Angriff gewesen. Sie wollten die Russen unmittelbar in Brandenburg oder Schlesien haben, wo jene das Ihre getan hätten und dann gehen könnten, ohne irgendwelche wesentlichen Vorteile davonzutragen. Nach den Erfahrungen des Feldzuges 1758 mussten die Österreicher viel versprechen und auch bestechen, um die Berater der Imperatorin zu überzeugen, dass das russische Heer diesmal tatsächlich der österreichischen Armee im Felde begegnet und aus österreichischen Magazinen verpflegt wird. Letztes Endes erreichten sie doch ihr Ziel – im Sommer 1759 eilte die russische Armee zu einem Treffen, das in Brandenburg oder Niederschlesien - zwischen Glogau und Breslau- erfolgen sollte.
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Friedrich bewertete die militärischen Qualitäten der Russen sehr kritisch >> V 8. Er behielt jedoch die Folgen der Angriffe vom vorigen Jahre gut im Gedächtnis, als ihre Armee, damals noch unter Graf Fermor, das Lebuser Tor betrat. Fermor wartete dort vergeblich auf den Zusammenschluss mit den Österreichern und setzte endlich bei Landsberg nach Pommern über, wo seine Armee mehrere Kontributionen einziehen konnte. Gleichzeitig versuchte er, sich der Festung Küstrin zu bemächtigen. Die Festung galt mit gutem Grund als unbezwingbar, so verfehlte er sein Ziel, doch äscherte dabei vollständig die in ihren Mauern gelegene Stadt ein. Der König war damals gezwungen, zu einem Entsatz von Schlesien zu eilen und weitergehende Entwürfe fallen zu lassen. Er schlug mit den Russen eine blutige und eigentlich unentschiedene Schlacht bei Zorndorf. Obwohl er den Gegner zurückwarf, konnten die Russen noch, bevor sie ihre Winterquartiere an der Weichsel aufsuchten, einen Versuch unternehmen, Kolberg zu erobern - zum Glück der Preußen ohne Erfolg. Jedenfalls war das alles eine bedeutende Leistung für ein zwar großes, doch in einer Entfernung von Hunderten Kilometern von eigenen Stützpunkten handelndes Korps. Die Bewegungen der Fermorschen Armee banden wesentliche Teile der preußischen Kräfte lange genug, um den König dann zu verzweifelten Handlungen zu zwingen, die nötig waren, um der inzwischen bedrohlich gewordenen Lage in Schlesien und Sachsen wieder Herr zu werden. Bei dieser Gelegenheit verlor Friedrich die Schlacht, und war knapp dem Verlust von der Festung Neiße dann auch von Dresden, entgangen. Er wollte daher die Wiederholung der Vorgänge um jeden Preis vermeiden und die Russen möglichst schnell ausschalten. Da jene sich durch Polen in mehreren getrennten Kolonnen fortbewegten, befahl er Graf Dohna in Vorpommern zur Beobachtung der Schweden minimale Kräfte zu belassen, verstärkte ihn dann mit mehreren Abteilungen und sendete sie gegen Russen mit dem Befehl, die einzelnen feindlichen Korps nacheinander zu schlagen. Es war einfacher gesagt als getan - Dohna musste erst einmal die Verstärkungen abwarten. Als er das Heer endlich komplettiert hatte, handelte er zu langsam. Er konnte die Konzentration der russischen Kräfte unter Feldmarschall Soltikov in Posen nicht mehr verhindern. Friedrich der Große wusste noch nicht, dass der russische Befehlshaber mit den Österreichern den Treffpunkt bereits vereinbart hat – sie wählten die Niederlausitz. |





