Geschichte
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| Die Schlacht bei Kay und seine Folgen |
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Anfang Juli zog das österreichische Heer in die Lausitz ein, gleichzeitig verließ Soltikov Posen nach Westen ziehend - die Absichten der beiden Gegner des preußischen Königs klärten sich also langsam. Er wendete sich zunächst gegen die Österreicher und besetzte ein von Natur aus festes Lager bei Schmottseifen, um die Routen zu bewachen, auf denen sich feindliche Armeen die Hand zu reichen versuchen konnten. Daun wagte zwar nicht, ihn einfach zu umgehen >> II 4, doch war er stark genug, gleichzeitig den König von Preußen in Schach zu halten und kleinere Korps (unter Laudon und Hadik) zu einem Treffen mit der russischen Armee zu beordern, was er auch tat. Inzwischen erreichten den König neue sorgenvolle Nachrichten – Dohna, der die Russen hinhalten sollte, war durch jene zum Rückzug gezwungen worden. Friedrich unterschätzte weiterhin die Zahl und Tüchtigkeit der russischen Soldaten, so reagierte er, indem er seinen jungen Günstling General Wedell zum Befehlshaber des Korps ernannte und ihn mit einer Instruktion an die ihm untergeordneten Generäle entsandte, in der er ihn, wie er malerisch schrieb, mit diktatorischen Vollmächten ausstattete. Er befahl ihm zugleich, den Gegner auf einer guten Stellung zum Stehen zu bringen und ihn dann nach dem taktischen Rezept des Königs selbst energisch zu schlagen >> niżej w części „Ilu ich było”. Wedell erwies sich aber als ein zwar energischer doch ziemlich leichtfertiger Führer. Als der zum Schein schwerfällige Gegner >> V 6 ihn doch verblüffte und unerwartet sein Lager bei Züllichau umging, reagierte er nervös und griff ihn an, obwohl er nur über knapp 30 Tsd. Soldaten verfügen konnte. Er versuchte die mindestens doppelt so starken Russen aus den Höhen bei Kay und Palzig zu vertreiben, ihnen dadurch den Weitermarsch nach Crossen unmöglich zu machen. Er konnte dabei sein Heer in einem schmalen Abschnitt zum Angriff zu führen, vermochte also seine Kräfte nur nach und nach in den Kampf zu werfen, darüber hinaus war seine Artillerie nicht imstande, den Vormarsch zu unterstützen. Das Ergebnis war zu erwarten – mehrere preußische Angriffe zerschellten an der russischen Mauer. Am Abend musste das verblutete Wedellsche Korps den Rückzug antreten – binnen weniger Stunden verloren die Preußen fast 8 Tsd. Soldaten. Soltikov verhielt sich eher zurückhaltend – er verfolgte Wedell nicht, störte ihn auch nicht am Oderübergang. Er blickte schon in eine andere Richtung, besetzte Crossen und suchte den Kontakt mit den Österreichern.
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Dem preußischen König blieb nichts übrig, als die Folgen der Niederlage eines seiner Generäle zu tragen, womöglich den Schaden selbst zu beseitigen – Wedell handelte ja ganz im Geiste seiner eigenen Instruktion. Friedrich musste jetzt wählen, welche Provinz zu entblößen sei, da er sonst nicht mehr imstande wäre, die zur erneuten Konfrontation mit den Russen hinreichenden Kräfte zu sammeln. Er entschied, dass Schlesien wichtiger als Sachsen ist. So befahl er Prinz Heinrich, sich von dem Feind zu trennen und nach Sorau zu marschieren - dort trafen sich die Brüder am 29 Juli. Friedrich diktierte das Testament und beschwor Heinrich, keinen für das Haus Brandenburg schmählichen Frieden einzugehen, natürlich falls der König selbst sterben oder in Gefangenschaft geraten sollte. Dann zog er mit dem Korps seines Bruders gegen Norden, während der Prinz das Kommando über die Hauptkräfte in Schmottseifen übernahm. Der König wollte sich jetzt so schnell wie möglich eines lästigen Gegners endgültig entledigen. Auf seinem Befehl streute der geschlagene Wedell die Gerüchte, er sei weiterhin nicht im Stande etwas zu unternehmen und im Rückzug nach Glogau begriffen, um die Festung zu decken. Friedrich hoffte die Russen zum Übergehen der Oder in Crossen zu verlocken, um sie demnächst gemeinsam mit Wedell endlich zu schlagen. Die „Gesandten” von Daun - Hadik und Laudon – verbanden inzwischen ihre Korps und erreichten Guben. Die österreichischen Husaren unterhielten jetzt Verbindung mit der Armee Soltikovs. Der zuletzt genannte wollte anfänglich ein Treffen bei Schiedlo, am Zusammenfluss von Lausitzer Neiße und Oder, dann änderte er eben die Meinung und zog nach Frankfurt, wozu er auch die Österreicher einlud. Als der König die Bewegungen der Feinde wahrnahm, beschloss er zuerst die Österreicher zurückzuwerfen, kam aber zu spät und schlug bei Guben lediglich die Ariergarde von Hadik, der mit der schweren Bagage schon zu der österreichischen Hauptarmee eilte, während Laudon sich am 2. August ungestört bei Aurith mit Soltikov treffen konnte. Der Russe schlug dem Österreicher vor, über die Oder zu setzen und sich seiner Armee anzuschließen, Laudon ging aber darauf nicht ein und beharrte auf seinem Standpunkt, seine Instruktionen schreiben ihm das Verbleiben am linken Oderufer vor, angeblich um den Russen den Übergang durch den Fluss zu erleichtern. Die Verbündeten begannen also die Fäden zu ziehen, noch bevor eine richtige Zusammenarbeit zustande kam.
![]() Bald orientierte sich Friedrich besser an der tatsächlichen Lage und strebte auf den Spuren der Österreicher nach Norden. Am 4. August bezog seine Armee das Lager bei Müllrose am Südufer des Oder-Spree-Kanals. Am 6. August schloss sich ihr dort das Korps von Wedell an – der König verbot zunächst normalen Verkehr zwischen den beiden Lagern, um eigene Soldaten vor dem schlechten Einfluss der Geschlagenen zu bewahren, insbesondere der Verbreitung der „Gerüchte” über besondere Standhaftigkeit der Russen entgegenzuwirken. Probleme mit gesicherten Zufahrten nötigten ihn bald zu einem Stellungswechsel – er wählte einen näher an Küstrin gelegenen Platz und bezog das Lager zwischen Wulkow (linker Flügel) und Booßen (rechter Flügel in einem Haken nach rückwärts gebogen). Dort stieß zur Hauptarmee das Korps von General Fink, der vorher bei Bautzen gelassen wurde, dann aus eigener Initiative Torgau gegen die in Sachsen einrückende Reichsarmee deckte. |






