Geschichte
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| Entstehungsgeschichte |
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Die Anfänge des Konfliktes reichen in das Jahr 1740 zurück, als der junge preußische König gnadenlos die Legitimationskrise im Hause Habsburg ausnutzte. Kaiser Karl VI konnte nur einer Tochter sein Erbe anvertrauen, er versuchte deswegen die angezweifelte Rechtmäßigkeit der weiblichen Nachfolge von vorne herein durch Verträge abzusichern. Nach seinem Tode zog aber Friedrich II. ein sehr zweifelhaftes Rechtsgutachten aus dem Ärmel, das seine Ansprüche auf einen Großteil von Schlesien abstützte, und besetzte unverzüglich eine der reichsten österreichischen Provinzen. Er lud damit zum schnellen Handeln alle europäischen Mächte ein, die einzelne Teile des habsburgischen Reiches unter ihre Kontrolle bringen wollten. Die junge Herrscherin des Hauses Habsburg – Maria Theresia - schaffte es zwar in einem mehrjährigen Kriege, die meisten Verluste zurückzuerobern und ihren Gemahl zum deutschen Kaiser zu machen, doch sah sie sich genötigt, die preußischen Eroberungen durch einen Friedensvertrag zu bestätigen >> I 4. Seit dieser Zeit versäumte die Kaiserin nichts, um eine antipreußische Koalition ins Leben zu rufen.
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Der österreichische Erbfolgekrieg wurde eigentlich von Engländern und Franzosen begonnen, die um ihre Handelsinteressen und Kolonien stritten. Die Geschichte sollte sich diesmal wiederholen. >> I 3. Schon 1754 kam es zu ersten Zusammenstößen in der französisch-englischen Grenzzone in Nordamerika. Die Briten eskalierten den Konflikt und entsandten dorthin immer größere Kräfte, doch wurden sie von den durch Indianer unterstützten Franzosen geschlagen – ihre Kolonien an der nordamerikanischen Küste befanden sich augenblicklich in einer misslichen Lage. Grundsätzlich musste der Kampf auf dem Meer entschieden werden, so konnten die Engländer doch auf einen Endsieg rechnen, da ihre Marine schnell ihren Ruf bestätigte. Sie konnten sich aber auch von kontinentalen Problemen nicht loslösen - die in England herrschende Dynastie stammte nämlich aus dem deutschen Herrscherhaus Hannover. Es war also zu befürchten, dass die Franzosen dieses Territorium besetzen, um es dann bei Friedensverhandlungen teuer zu verkaufen. Die britische Krone war außerstande Frankreich auf dem Kontinent selbstständig die Stirn zu bieten, so suchten jetzt die britischen Politiker fieberhaft nach einem Degen, der das norddeutsche Fürstentum vor diesem Schicksal bewahren könnte. Sie wendeten sich zunächst an Maria Theresia, doch der ihre Interessen vertretende Kanzler Kaunitz erwartete von ihnen eher Hilfe bei der Wiedereroberung Schlesiens und verlangte zugleich sehr hohe Subsidien – die Ziele der Verhandelnden waren in diesem Fall augenscheinlich zu verschiedenartig, um ein für beide Parteien tragbares Militärabkommen zustande zu bringen. Weit besser ging es den britischen Diplomaten in Russland – Kaiserin Elisabeth war bereit, ihnen gegen Subsidien 55 Tsd. Soldaten auszuleihen und sogar 10 Tsd. davon selbständig nach Nordwestdeutschland zu befördern. Auch eine solche Absicherung erschien aber den Briten unzureichend, so sahen sie sich nach weiterer Unterstützung um und wendeten sich schließlich an den preußischen König.
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Friedrich der Große wollte zunächst jeden Konflikt vermeiden, von dem er augenblicklich keinen Gewinn ziehen, dagegen das früher Erworbene verlieren konnte. Anfänglich spielte er den besten Freund des französischen Königs, und rät den Franzosen, Hannover zu besetzen. Er erwartete, dass dadurch eine Pufferzone entsteht, die den französisch-britischen Kolonialkrieg von der für ihn kritischen Zone in Mitteleuropa isolieren würde. Die Franzosen kannten aber den preußischen König nur zu gut, um seinen Beteuerungen Vertrauen zu schenken und verlangten von ihm, er möchte sich klarer an ihre Seite schlagen, sich als ein treuer Verbündeter zeigen und Hannover selbst besetzen. Dies konnte Friedrich nicht tun. Er war sich dessen bewusst, dass ein solcher Schritt automatisch ein antipreußisches Bündnis ins Leben rufen muss, weil sich den dadurch herausgeforderten Engländern und Russen sofort die Österreicher anschließen werden – bessere Gelegenheit zur Revanche für 1740 konnten sie kaum erwarten. Der König fürchtete aber die russische Anwesenheit im Norden Deutschlands. Er wusste ja, dass Kaiserin Elisabeth sicherlich nicht zu seinen Freunden zählte und ihn richtig als einen Konkurrenten im Wettstreit um die Kontrolle über die sich zersetzende polnische Republik einschätzte >> IX. Letzten Endes trieb den König eine immer verlockendere Aussicht auf die Subsidiengelder in die Arme der Engländer. Am 16. Januar 1756 wurde in Westminster ein Vertrag geschlossen, in dem sich Friedrich verpflichtete, den „Frieden in Deutschland” zu wahren, indem er keinen Durchmarsch von fremden Truppen durch das Reichsgebiet duldet. So durfte Hannover sowohl von den Franzosen, als auch von den Russen isoliert werden. Jene elegante Formel erweckte natürlich großen Zorn in Sankt Petersburg und Paris, den Maria Theresia geschickt zu nutzen wusste. Imperatorin Elisabeth versprach ihr noch im März, ohne lange zu verhandeln, eine russische Armee gegen Friedrich zu schicken und so lange zu kämpfen, bis die Österreicher Schlesien wieder erobern werden. Im Gegenzug sollte sie sich mit dem polnischen Kurland und Semgallen begnügen, die wieder der polnischen Krone durch Preußen erstattet werden sollten. Im Grunde genommen war dieses Konzept eher unrealistisch – abgesehen von der Unmöglichkeit, die verantwortlichen Verhandlungspartner in Polen zu finden, >> IX 2 hätte man den deutschen Protestanten erklären müssen, warum man ihre Glaubensgenossen den als erzkatholisch und halbbarbarisch geltenden Polen ausliefern sollte. So wurde schon während des Krieges die Diskussion fortgesetzt, was das Russische Reich eigentlich davon erwarten sollte. |






