Der erste Angriff PDF Drucken E-Mail

Die erste Linie der preußischen Avantgarde >> VI 6 (4 Bataillone >> VI 4) konnte schnell den Verhau forcieren, sie nahm die Befestigungen im Sturm und verfolgte die weichenden Russen. Die zweite Linie (5 Bataillone, da sich ihr das äußerste Bataillon von der ersten Linie des Hauptkorps anschloss) folgte der ersten, indem sie nach und nach die Einheiten nach vorn schob, um den rechten Flügel der ersten Linie entsprechend zu verlängern. Als die russischen Kanonen auf dem Mühl-Berg zum Schweigen gebracht wurden, ging auch General Fink vor. Er setzte mit seinen acht Bataillonen über das Hühnerfließ. Seine Infanterie bewegte sich dann in einer langen Kolonne am nördlichen Rand des russischen Lagers entlang. Nachdem sie den Sumpf vom Elsbusch erreicht hatte, wendete sie ihre Front nach Süden und stand dadurch senkrecht zur Vorhut, der sich zu diesem Zeitpunkt vor ihrem linken Flügel befand. Der Befehlshaber des russischen "Observationskorps" - Fürst Galizin – bemühte sich beim Rückzug die Bataillone von den beiden seitlichen Linien der Verschanzung  zu sammeln, die er auf dem südwestlichen Hang des Mühl-Bergs, sowie auf dem Kuhberg erneut zu einer zusammenhängenden Linie formieren konnte. Seine Infanterie bildete dann einen Bogen, dessen Flügel gegen die preußische Vorhut und das Finksche Korps gerichtet waren. Die Wucht des ersten preußischen Schlages >> VI 8 war jedoch so groß, dass ein guter Teil der russischen Regimenter in alle Winde zerstreut wurden. Viele Soldaten schwärmten ziellos zwischen den beiden Linien herum. Meistens gingen sie aber nach Kunersdorf, wo man einige davon wieder sammeln konnte.

 

 


Weit schwieriger erwies es sich, die Hauptkräfte des Königs auf den Mühl-Berg zu bringen. Der rechte Flügel seiner Infanterie folgte sehr langsam der Vorhut. Die Brigaden >> VI 2, eine nach der anderen gingen in den Bäckergrund, um dann auf die eroberten Anhöhen zu klettern. Der linke Flügel steckte noch am Waldrand. Bald machte sich der Platzmangel innerhalb der der russischen Verschanzung bemerkbar – es konnten sich hier mit der Front nach Südwesten höchstens fünf bis sechs Bataillone zu einer Linie zusammenschließen, daher bildeten gegen 13 Uhr die nachrückenden preußischen Einheiten mehrere (vier bis fünf) in einer Entfernung von ungefähr 100 m hintereinander stehenden Gruppen. Soltikov gewann sogar den Eindruck, dass sich die Preußen zu einer massivem Kolonne zusammengedrängt haben. Was noch schlimmer war, es konnte die preußische Infanterie nur einen Teil der sie begleitenden Bataillonsgeschütze durch die Verhaue und Verschanzungen durchziehen >> VI 10, und von den schweren Geschützen erreichten die Anhöhen zunächst einmal nur vier 12-Pfünder >> VIII 1. Die Preußen hatten also zu wenige Geschütze bei der Hand, um die Russen auseinanderzusprengen, die sich inzwischen von dem ersten Schock völlig erholt hatten und gerade die Verstärkungen von der eigenen 3. Division >> V 7 heranzogen. Außer einigen Eskadronen der Dragoner und Husaren >> VII 6, die inzwischen auf den rechten Flügel herangezogen werden konnten, verfügte die preußische Armee auch über keine bedeutenden Kavalleriekräfte, die nicht nur das Feld von russischen Versprengten säubern, sondern eventuell den Erfolg der eigenen Infanterie, die sich bereits zum nächsten Angriff bereit machte, ausbauen könnte.