Geschichte
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| Die Verbündeten vor der Schlacht |
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Die Soldaten der bei Wulkow lagernden preußischen Armee konnten die Feuer der sich hinter der Oder erstreckenden feindlichen Lager erblicken. Der russische Feldmarschall Soltikov wählte für sein Heer eine von Natur aus feste Stellung am Rande, im größeren Maßstab eigentlich auf einem Sporn der Anhöhen, die das Oderbruch vom Osten begrenzten. Der Angriff auf die nördliche oder westliche Seite des russischen Lagers, durch das flache, der natürlichen Bedeckungen fast entblößte und von mehreren kleineren Strömen und Sümpfen durchzogene Tal musste jedem als ein selbstmörderisches Unterfangen erscheinen. Dagegen konnte man versuchen, sich dem Feind vom Süden oder vom Osten her zu nähern. Auch hier gab es jedoch weite gewellte und bewaldete Flächen ohne gute Straßen, die jedem größeren Heerkorps die Bewegungen sehr erschweren mussten >> VI 1. ![]() Die Russen waren sich dessen bewusst, dass ihr Lager vor allem von angrenzenden größeren offenen Flächen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft (im Süden, Süd- und Nordosten) her gefährdet werden dürfte, da der Gegner nur hier genug Platz finden könnte, um sich zu einem ernsthaften Angriff zu formieren. Sie sicherten sich also von dieser Seite ordentlich. Da sie sich an Ort und Stelle über längere Zeit aufhielten, konnten sie nicht nur rund um ihr Lager herum eine Kette von Schanzen für Artillerie errichten, sondern diese mit einer durchlaufenden Tranche für Infanterie verbinden und dort, wo das Geländerelief ihnen den Einblick von den befestigten Anhöhen in das weitere Vorfeld erschwerte, schlossen sie zusätzlich die Zugänge zu eigener Stellung mit den Annäherungshindernissen, nämlich Verhauen von den gefallenen Bäumen und Gebüschen.
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Die Armee Soltikovs sollte insgesamt 70 Infanteriebataillone >> VI 4 und 48 Grenadierkompanien >> VI 5 (durchschnittlich je 500 bzw. 150 Soldaten), 63 Eskadrone der regulären Kavallerie >> VII 4. (durchschnittlich je 100 Reiter) und 50 Sotnien von Kosaken umfassen >> VII 7. Darüber hinaus konnte sie über ca. 200 schwere Geschütze >> VIII 1 (darunter ca. 60 Haubitzen und Einhörner >> VIII 5) sowie mehr als 150 Regimentsgeschütze >> VI 11 verfügen. Die russische Armee bestand aus drei Divisionen und einem „Observationskorps” >> V 7. Das zuletzt erwähnte (Fürst Galizin) besetze die besonders exponierte östliche Ecke des Lagers, weiter gegen Südwesten standen die Zelte der 3. (Graf Rumiancew), der 1. (Graf Fermor), endlich der 2. Division (General von Villebois). ![]() Die Österreicher lagerten zunächst auf dem westlichen Oderufer – Laudon hoffte immer noch, dass er Soltikov endlich zum Übergang und gemeinsamen Marsch auf Berlin überzeugt. Als die preußische Armee unmittelbar nördlich Frankfurts erschien, brachen die Österreicher am 9. August ihr Lager ab und gingen über die Oder, wo sie auf einer Fläche zwischen Rotem und Weißem Vorwerk, östlich der Frankfurter Dammvorstadt (heute Słubice) kampierten. Ein Sumpf trennte sie von den durch die Russen besetzten Anhöhen, so verlegte man bis zur Mündung eines der Grunde, der den Hang durchschnitt und später nach dem österreichischen Befehlshaber benannt werden sollte (Laudonsgrund), einen Bohlendamm, der ihnen schnellen Anschluss an die Verbündeten ermöglichen sollte. Laudon verfügte über 14 Bataillone der regulären Infanterie und eine gleiche Anzahl von Grenadierkompanien (durchschnittlich je 500 bzw. 100 Soldaten), darüber hinaus sechs Bataillone der leichten Infanterie (Grenzer, je 1000 Leute >> V 2). Soltikov versprach sich viel vor allem von der guten österreichischen Kavallerie, die zahlreiche Mängel seiner eigenen Reiterei aufwiegen konnte. Jene war nämlich relativ schwach und stand der analogen westeuropäischen Formationen qualitätsmäßig nach >> V 4. Insgesamt erschienen bei Kunersdorf 28 Eskadronen bzw. Kompanien der österreichischen Kavallerie (je über 100 Reiter), die sich zur Verwendung in der Schlacht eigneten >> VII 1 sowie eine kleinere Anzahl von Abteilungen der leichteren, halbregulären Formationen, die andere Aufgaben übernehmen konnten >> VII 7. Die Österreicher führten zehn schwere und ca. 50 Regimentsgeschütze mit sich.
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Das Verhältnis zwischen den Befehlshabern der verbündeten Armeen war immer gespannt. Soltikov wartete vergeblich auf weitere österreichische Verstärkungen und Verpflegungskonvois. Als nichts ankam, begann er den Verdacht zu hegen, dass der Verbündete ihn bewusst in den Kampf mit dem preußischen König verwickeln will, bei der er nur einen Bruchteil seiner eigenen Kräfte riskiert. Letzten Endes konnte Laudon jedoch die Russen zu den aktiven Handlungen bewegen – am 10. August wurde in Frankfurt Kriegsrat gehalten. Es wurde beschlossen, dass die Russen unmittelbar nach der Ankunft der gerade erwarteten 60 Geschütze aus Posen das Lager abbrechen und bei Schiedlo oder Crossen über die Oder setzen werden. Die Vorbereitungen zum Abmarsch wurden jedoch bald abgebrochen, als am 11. August, kurz nach Mitternacht die Verbündeten benachrichtigt wurden, das der preußische König im Begriff sei, bei Göritz Brücken über die Oder zu legen. Es wurden dorthin sofort Kosaken gesandt, die weitere Handlungen der Preußen beobachteten. |








